Die Euro-Krise heißt Kapitalismus

Donnerstag, 10. November ab 19 Uhr im KK

Nachdem die Profite der Banken und Konzerne überall in Europa mit hunderten Milliarden Euro Steuergeldern gerettet wurden, wird jetzt die Zeche präsentiert. Aber zahlen sollen nicht Banken und Konzerne, sondern ArbeiterInnen, Arbeitslose und Jugendliche. Gehälter werden gekürzt, Renten gestrichen, Sozialleistungen abgebaut. Und zwar überall in Europa. Dagegen gibt es Widerstand in Griechenland, Spanien, England und vielen anderen Ländern.

In diesem Sommer wurden an den Börsen Werte in Höhe von fünf Billionen US-Dollar ausgelöscht. Auslöser des Bebens an den Aktienmärkten war die eskalierende Staatsverschuldung. Zwar werden an den Börsen nicht Staats-, sondern Unternehmenswerte gehandelt. Aber das Ausmaß der öffentlichen Defizite führte zur Angst, dass die Gegenmaßnahmen („Schuldenbremsen“, Kürzungspakete und so weiter) den ohnehin schwachen Konjunkturmotor vollends abwürgen könnten. Zumal in der Produktion schon Spuren eines einsetzenden Abschwungs zu verzeichnen waren.

Eine Alternative ist bitter nötig. Denn was hat dieses obszöne und destruktive System anzubieten? In Griechenland Verhältnisse wie in der Ukraine, in den USA Verhältnisse wie in Mexiko. Wenn der Euro-Raum in den nächsten ein, zwei oder drei Jahren kollabiert, dann drohen verschärfte Krisenentwicklungen, Bankenzusammenbrüche im großen Stil, Währungsturbulenzen, aber auch ein stärker vernehmbares Säbelrasseln innerhalb Europas und zwischen den beiden Großmächten Deutschland und Frankreich (so falsch liegt Kohl nicht, wenn er meint: Bei der Zukunft des Euro geht es auch um die Frage von „Krieg und Frieden in Europa“).

Referent: Michael Koschitzki (SAV Berlin)