Selbstverständnis von linksjugend [´solid] Hof und Landkreis, 2011

Die Umwelt geht zugrunde, die Weltwirtschaft befindet sich in einer Dauerkrise, Depression und Suizidrate steigen weiter an. Etwas ist faul an diesem Leben. Während eine Minderheit von Wenigen Hunderten die wirtschaftliche Macht in ihren Händen konzentriert, leiden fast 3 Milliarden Menschen an Unterernährung und verfügen nicht über ausreichend medizinische Versorgung. An Börsen spekulieren Großaktionäre über die Leben von Millionenen von Menschen, die am Rande der Existenzgrundlage um ihre Jobs fürchten müssen. Über 30 Milliarden Euro investiert der Staat jährlich für Auslandseinsätze der deutschen Bundeswehr, die laut Grundgesetz nur eine „Verteidigungsarmee“ ist.

Während umweltverschmutzende Konzerne und die Waffenindustrie subventioniert werden, lernen Schüler nach veralteten Lehrplänen in maroden Schulgebäuden und Studenten werden für ihre Ausbildung zusätzlich noch Bildungsgebühren auferlegt. Während man alles Erdenkliche tut um gegen sogenannte „Linksextremisten“ vorzugehen, werden Faschisten durch V-Leute staatlich gefördert. Jeden Tag gibt es mindestens drei rassistische Übergriffe und Gewalttaten gegen Andersdenkende und Migranten, über 200 Menschen wurden seit den 80er Jahren auf diese Weise von Nazis kaltblütig ermordet.

Wir sehen nicht ein, diesen Zustand länger zu dulden. Wir sagen Nein zu den Widersprüchlichkeiten eines Systems, das ohne Arbeitslosigkeit, Armut und Diskriminierung von Minderheiten nicht existieren kann. Wir sagen Nein zur Befürwortung von Kriegseinsätzen anstelle friedlicher Konfliktlösung. Wir sagen Nein zu rechter Gewalt, staatlicher Repression und Hasspropaganda. Wir sagen Nein zu Studiengebühren, überfüllten Klassen und Lehrermangel.

Wir fordern eine Welt, die frei von Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt ist. Wir fordern Sozialismus. Sozialismus heißt, dass planmäßig nach den Bedürfnissen der Menschen produziert wird, unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bevölkerung. Sozialismus hat es noch niemals, nirgendwo zu irgendeiner Zeit gegeben. In der DDR und Sowjetunion gab es keinen Sozialismus. Dort herrschte eine abgehobene stalinistische Bürokratie, in der privilegierte Funktionäre ihre Ämter für deren eigenen Vorteil missbrauchten.

Wir wollen Sozialismus, in dem die Personen mit Leitungsfunktionen jederzeit ab- und neuwählbar sind. Eine solche Gesellschaft kann nur international etabliert werden, da der Kapitalismus nur global abgeschafft werden kann.

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